VorfallOffen

KI-generierte Schriftsätze überlasten die Sozialgerichtsbarkeit

Sozialgerichte in mehreren Bundesländern melden seit 2025 einen starken Anstieg von Eilverfahren mit KI-erzeugten Schriftsätzen, die erfundene Urteile und nicht existierende Rechtsbehelfe zitieren.

Status
Offen
Betrifft
Behörde, Verbraucher, Beschäftigte
Ebene
Bund
Ort
Deutschland
Bestätigung
Unabhängig bestätigt — mindestens eine vom Beteiligten unabhängige Stelle bestätigt den Vorgang.
Zuletzt geprüft

Zahlen aus zwei Bundesländern

Nordrhein-Westfalen. Bei den acht Sozialgerichten stieg die Zahl der Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes im Jahr 2025 nach Angaben des Landessozialgerichts um rund 56 Prozent auf 7.615 Fälle. Im ersten Quartal 2026 lag die Zahl der Eilverfahren bei rund 3.600 gegenüber rund 1.400 im Vorjahresquartal. Beim Landessozialgericht als Beschwerdeinstanz verdoppelte sich der Eingang annähernd.

Niedersachsen und Bremen. Im ersten Halbjahr 2026 gingen an den acht niedersächsischen Sozialgerichten 3.083 Anträge auf einstweiligen Rechtsschutz ein — 106 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 1.495 Anträgen. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen sieht darin einen wesentlichen Einfluss des Einsatzes künstlicher Intelligenz und warnt vor längeren Laufzeiten in anderen Verfahren.

Betroffen sind nach dessen Angaben vor allem Streitigkeiten über die Krankenversicherung sowie über existenzsichernde Leistungen — Bürgergeld, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Eingliederungshilfe.

Die Präsidentin des Bundessozialgerichts hatte bereits im Februar 2026 von einem bundesweiten Trend gesprochen.

Beschriebenes Schadensbild

Nach Darstellung der Gerichte sind die Schriftsätze häufig zwanzig Seiten und länger, weitschweifig und unpräzise. Sie zitieren Rechtsprechung, die teilweise nicht existiert, oder Entscheidungen, die zum Sachverhalt nicht passen. Berichtet werden zudem Anträge auf rechtlich nicht existierende Rechtsbehelfe.

Die Gerichte müssen auch offensichtlich mangelhafte Schriftsätze vollständig prüfen. Dadurch bleiben reguläre Hauptsacheverfahren anderer Klägerinnen und Kläger länger liegen.

Verlauf

  1. LSG Niedersachsen-Bremen meldet für das erste Halbjahr 2026 einen Anstieg der Eilanträge um 106 Prozent auf 3.083 Verfahren.

    Quelle
  2. LSG NRW meldet einen Anstieg der Eilverfahren von rund 1.400 im ersten Quartal 2025 auf rund 3.600 im Vergleichszeitraum 2026.

    Quelle
  3. Landessozialgericht NRW berichtet auf der Jahrespressekonferenz über die Belastung.

    Quelle
  4. Die Präsidentin des Bundessozialgerichts weist im Jahrespressegespräch auf einen bundesweiten Trend hin.

    Quelle

Quellen

Entwurf maschinell erstellt. Am von mt gegen die oben genannten Quellen geprüft. Die Seite gibt Quellen wieder und bietet keine Rechtsberatung. Mehr zum Verfahren: KI-Transparenz.

Verwandte Einträge