Der Cybersicherheitsmonitor wird vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gemeinsam mit dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes herausgegeben. Er erscheint jährlich, 2026 in der achten Ausgabe; bis 2023 lief er unter dem Namen Digitalbarometer.
Das Fokusthema 2026 ist Online-Betrug und Künstliche Intelligenz.
Erhebung
Befragt wurden zwischen dem 6. und 12. Januar 2026 insgesamt 3.060 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die in einem Privathaushalt leben und über einen Internetzugang verfügen. Die Erhebung erfolgte als Online-Befragung; die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildung gewichtet.
Betroffenheit
11 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer waren allein in den vergangenen zwölf Monaten von einer Straftat im Internet betroffen. 27 Prozent waren es im Lauf ihres Lebens schon einmal — nach der Berichterstattung annähernd doppelt so viele wie 2023.
88 Prozent der Betroffenen berichten von einem Schaden, ein Drittel von finanziellen Verlusten. Häufigster Tatbestand bleibt Betrug beim Onlineshopping.
Schutzverhalten
14 Prozent informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, 40 Prozent erst im Problemfall. Von den gängigen Schutzmaßnahmen nutzen nur starke Passwörter und Antivirenprogramme mehr als die Hälfte der Befragten.
Erkennung KI-generierter Inhalte
Knapp die Hälfte der befragten Internetnutzer in Deutschland (47 Prozent) hält sich für fähig, KI-generierte Inhalte zu erkennen. Ein Drittel (32 Prozent) hat noch nie eine der abgefragten Prüfmaßnahmen angewendet. 28 Prozent haben nach Unstimmigkeiten gesucht, 19 Prozent die Seriosität der Quelle recherchiert. Keine der elf abgefragten Maßnahmen wurde von mehr als der Hälfte der Befragten je genutzt.
Der Bericht berührt damit dieselbe Frage wie die Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO: ob Menschen erkennen können, dass ein Inhalt maschinell erzeugt wurde.
Verlauf
Quellen
- BSI: Cybersicherheitsmonitor 2026 — Kurzbericht (PDF)Behörde
- BSI: Cybersicherheitsmonitor 2026 — Ergebnispräsentation (PDF)Behörde
- BSI: Pressemitteilung vom 11.05.2026Behörde
- Security-Insider: BSI warnt vor Deepfakes und Trading-FraudMedienbericht
- datensicherheit.de: Nutzer überschätzen eigene ErkennungsfähigkeitMedienbericht